Anita Berber! Tänzerin, Schauspielerin auf der Bühne und im Film und nicht zu vergessen einstiges Hutmodell!

Damalige Photographen nahmen mich gern mit ihrer Kamera auf. Es gab sogar eine eigene Postkartenkollektion von mir und den Hüten.

Ich schlendere mit Ihnen durch meinen viel geliebten Kiez rund um den Nollendorfplatz. Sie erfahren einiges über die Hochbahn- die damalige Stammstrecke, den einstigen Nollendorfplatz, das Theater am Nollendorfplatz- berühmt geworden durch Erwin Piscator, Bewohner in den zwanziger Jahren in diesem Teil der Stadt und vieles mehr…

Der Nollendorfplatz ein historischer Ort und gleichzeitig ein Paradies für die gelebte Homosexualität damals wie heute. Und ich bin mittendrin gewesen – also ich Anita Berber- habe getanzt bis in den frühen Morgen im bekannten Toppkeller, der ebenfalls auf dieser Tour liegt.

In den 20er Jahren machten hier in kürzester Zeit Pensionen, neben Zimmervermittlungen auf, Schönheitssalons warben um homosexuelle Kundschaft, Fotoateliers, Tanzdielen, Wein- und Likörstuben luden zum Verweilen ein.

Ich – Anita Berber tanzte in dieser Zeit durch ganz Europa- Wien, Budapest etc.

1921 habe ich im Alcazar in Hamburg auf St. Pauli einen Auftritt hingelegt, der zur Folge hatte, dass viele junge Frauen sich danach die Berberinnen nannten.

„Neu, Neu, Schwerinstraße 13 -der Toppkeller- täglich außer montags geöffnet! Tanz-  Cognacpolonaise am Abend -Eintritt frei- Solide Preise. –

Es gehörte schon etwas Orientungssinn dazu den Toppkeller ausfindig zu machen, denn die Schwerinstraße lag meist im Dunkeln, doch wer diesen Tanzkeller finden wollte, der fand ihn natürlich.

Es war ein Schaulokal und Börse zugleich für hübsche und gar nicht spröde Frauen. So manches Auto entlädt zu später Nacht einen vornehmen Gast- Schauspielerinnen, Tänzerinnen, Sängerinnen, auch Claire Waldorf zählte zu den Gästen.

Hier wurden die schönsten Damenwaden prämiert und vier Musikerinnen spielten verbotenen Vereinslieder.

Hier habe ich mit der Frau von Lovis Corinth Wange an Wange getanzt und soweit ich mich erinnern kann, sind wir auch intim geworden. Das Produkt unseres Flirts ist 1919 die Herausgabe von 8 Lithografien von mir und dem Tanz gewesen.

Wir kommen auch an einem Haus vorbei, das Geschichte geschrieben hat. Christopher Isherwood kam 1929 nach Berlin. Ich weilte zu dieser Zeit nicht mehr unter den Lebendigen, mein Körper gab seinen Geist  am 10.11.1928 auf, doch wie Sie wissen, erscheine ich von Zeit zu Zeit zu meinen Touren, um Sie zu entführen!

Mein Name dient heute einem Naherholungspark- Anita Berber Park.

Doch zurück zu Christopher Isherwood, er verdiente sein Geld zuerst als Englischlehrer in Berlin. Nebenbei schrieb er Bücher, wir kennen ihn heute als bekannten Schriftsteller. „Leb wohl Berlin“ ist eines seiner bekannten Werke. Dieses Buch entstand durch seine Erlebnisse hier in Berlin und vor allem durch die illustre Gesellschaft in der Nollendorfstraße 17. Er verbrachte 2,5 Jahre an diesem Wohnort. Viele der herrschaftlichen Wohnungen mussten damals untervermietet werden, bedingt durch die verheerende Inflation, ihre Bewohner waren in kürzester Zeit verarmt. Not macht erfinderisch, so entstand in dieser Zwangs- WG so manche Geschichte und Anekdote- wir finden sie in dem oben genannten Buch.

Der Musical Film (1972) Cabaret hat seinen Ursprung dieser Literaturvorlage und diesem Ort zu verdanken.

In der Motzstraße werde ich Ihnen das Eldorado vorstellen.

Es war bald nach seiner Eröffnung über die Stadtgrenzen bekannt und wurde für Touristen aus ganz Europa ein Anziehungspunkt. Die gesamte Berliner Abendgesellschaft trat hier gerne in Erscheinung. Ein Tanzsaal mit einem äußerst eleganten Publikum, die Akteure locken schon am Eingang, die Plakate sind grell, die Perversität der eigenen Person spottet schon am Eingang.

„Hier sind sie richtig!“- das Motto an der Garderobe ausgeschrieben. Der Nepp fällt herein, denn alles hier ist Kulisse, selbst die Transvestiten werden zu Komödianten.

Das Hotel Sachsenhof ist der letzte Höhepunkt dieser 2 Stündigen Tour.

Else- Lasker- Schüler tritt uns entgegen – eine der bedeutenden avantgardistischen expressionistischen Dichterin ihrer Zeit, Sie verzaubert uns mit einem Gedicht.

Ach, bevor ich es vergesse auch Erich Kästner beglückt uns zwischendurch mit einem Gedicht.

Also, ich Anita Berber lade Sie herzlich auf diese Zeitreise ein!

Das sagt Nicola Kothlow über unsere Stadt & Ihre Führung

An Berlin liebe ich die Vielfältigkeit der Stadt und ihrer Menschen. Die Tour habe ich entwickelt, durch die Beschäftigung mit dem Leben von Anita Berber. Diese Frau und Künstlerin ist bis heute für viele immer wieder interessant

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